Batik - die Geschichte hinter dem Sommerliebling

Aktualisiert: 4. Feb.

Alle paar Sommer kommt er wieder: der Batik Trend. Für die 90er Kinder, so wie mich, ruft jedes Batik Shirt nach einer Tattookette und Plateau Schuhen. Für meine Mutter, ein waschechtes Hippie-Kind, ist es eine wunderschöne, nostalgische Erinnerung an ihre Tage als Blumenkind. Aber was steckt wirklich hinter diesem farbigen Trend?

Was viele nicht wissen - Batik ist eigentlich eine uralte Färbetechnik. In vielen verschiedenen Ländern lassen sich Belege dafür finden. In Peru zum Beispiel wurden Batikstoffe gefunden, die aus den Jahren 500 bis 801 v. Chr. stammen sollen.

Als eine der Geburtsstätten gilt Indonesien. Das Wort Batik leitet sich vom javanischen "m'batik" ab und bedeutet so viel wie "mit Wachs schreiben". Dort war und ist es heute noch üblich, vor dem Färben in Handarbeit Wachsmuster auf den Stoff zu malen. Nur der nicht bemalte Stoff nimmt die Farbe auf, wohingegen die mit Wachs bedeckten Stellen frei bleiben. So entstehen die gewünschten Muster. Diese Färbetechnik hat in Indonesien eine lange Tradition und ist wahnsinnig vielfältig. Hochzeiten. Beerdigungen, Geburtstage - für alle Anlässe gibt es eigene Muster, die voller Symbolik und Bedeutung stecken. Aber die Muster und Farben für die Batik Kunst konnten früher nicht frei gewählt werden. Je nachdem, welcher Schicht eine Person angehörte, durften bestimmte Muster nicht getragen werden. Erst 1940 wurden diese Gesetzte aufgehoben. Seit 2009 ist die Indonesische Batikkunst sogar Teil des immatriellen Kulturerbes der Unesco.

Zwei Frauen beim Batiken, Java, Ende 19. Jahrhundert © Tropenmuseum

Auch in Japan kann die Färbetechnik auf eine lange Geschichte zurückblicken. Dort wird das Verfahren "Shibori" genannt. Diese Technik ist dem Batiken das wir hier kennen schon ähnlicher. Denn bei Shibori werden die Stoffe gefaltet und abgebunden, um am Ende die wunderschönen Muster zu erhalten. Eine der frühesten schriftlichen Dokumentationen von Shibori stammt aus dem Jahr 238 nach Christus. Das früheste erhaltene textile Exemplar dieser Färbetechnik stammt aus dem 8. Jahrhundert nach Christus. Im Laufe der Zeit entstanden viele verschiedene Shibori Varianten, alle auf ihre Art einzigartig und beeindruckend. Bei uns kamen diese bunten Muster, auch Tie Dye genannt, in den 60er-Jahren in Mode - in der Zeit der Hippies. Viele junge Menschen suchten damals nach neuer Spiritualität und neuen Energien in anderen Länder. Dafür begaben sie sich auf den sogenannten "Hippie Trail", eine Reiseroute durch verschiedene Länder, viele auf dem asiatischen Kontinent. Mitgebracht haben sie natürlich nicht nur frisches Gedankengut, sondern auch viele modische Neuheiten. Wenn ihr noch mehr über die spannende Geschichte des Batiks hören wollt, schaut auf jeden Fall bei unserem Podcast "Weiberspeck" vorbei. Dort erfährst du noch mehr über die Färbetechnik, aber auch noch über viele andere spannende modische Themen. Ihr findet uns auf allen Streaming Plattformen und Youtube.