Fashion Victims - Gefährliche Mode

„Wer schön sein will, muss leiden.“ – Wie oft haben wir diesen Spruch schon gehört.

Aber hui, manche Modetrends haben es wirklich in sich.

Wir zeigen euch ein paar der verrücktesten und gefährlichsten Trends der Geschichte.



Krank machende Hüte

Johnny Depp als Hutmacher © Walt Disney Studios Motion Pictures France

Wer ist nicht hin und weg von Johnny Depp in seiner Rolle als verrückter Hutmacher in Alice im Wunderland

(oder auch in allen anderen Rollen)?

Was im Film witzig und crazy wirkt, hat leider einen ernsten Hintergrund.

In früheren Zeiten hatten Hutmacher in ihrer täglichen Arbeit ungeschützten Umgang mit Quecksilber. Damals war man sich noch nicht über dessen giftige Wirkung im Klaren. Denn das Quecksilber griff die Organe der Arbeiter an, sorgte für Nervenschäden und ließ die Betroffenen leicht „verrückt“ erscheinen.

Daher stammt im Englischen auch das bekannte Sprichwort „mad as a hatter“.






Giftiges Grün

Grün grün grün sind alle meine Kleider, grün grün grün ist alles was ich hab. Aber nicht weil mein Schatz ein Jäger ist, sondern weil meine Kleider voller Gift sind.

Um Kleider strahlend grün zu machen, wurden sie früher mit Arsen bearbeitet. Ja, wir haben uns nicht verschrieben und sind nicht in einem Agatha Christie Roman gelandet. Wir sprechen wirklich von dem Gift Arsen. Der Stoff färbte Tapeten, Kleider, modische Accessoires und Schuhe in ein helles Grün und erfreute sich deshalb im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit.

Es gibt auch Berichte darüber, dass die Ladys des viktorianischen Zeitalters Arsen zu sich genommen haben, um einen rosigen Teint zu bekommen.



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Humpelröcke

Die Zeit der Jahrhundertwende war für Frauen generell nicht die bequemste Zeit, vor allem dank starrer Korsetts. Aber ein Trend trieb das alles auf die Spitze: der Humpelrock. Circa 1910 kam er durch den Designer Paul Poiret in Mode. Bei diesem Kleidungsstück war der Name Programm, denn er war am Saum so eng, dass sich die Damen der Zeit in ihm nur noch in Minischritten vorwärts bewegen konnten.

Die Folge: viele Verletzte und auch Tote. Es gibt Berichte von Frauen, die von Pferden überrannt, von Autos überrollt oder auf Treppen hinunterfielen. Wenn du mehr über diesen Trend oder die Mode der damaligen Zeit erfahren möchtest, hör' doch mal in unseren Podcast "Weiberspeck" rein. 😊

Gefährliche Stoffwahl


Marie-Antoinette im Musselin Kleid, 1783 © National Gallery of Art

Ende des 18. / Anfang des 19. Jahrhunderts war die „Mode à la grecque“ sehr beliebt. Hierfür elementar: weiße, schlichte Kleider aus dünnem Musselin Stoff.

Was schön aussieht, kann leider ziemlich gefährlich werden. Denn viele Frauen machten den Stoff nass, damit er sich spielerisch an den Körper schmiegte. Leider taten sie dies nicht nur im warmen Sommer, sondern auch im kalten Winter. Zahlreiche kranke Mesdames waren die Folge.

Angeblich geht eine schlimme Grippewelle 1803 in Paris auf diesen Trend zurück und wird deshalb auch die „Nasse Musselin Grippe“ genannt.






Tödliche Blässe


In früheren Jahrhunderten war blasse Haut ein Zeichen für eine gute Herkunft, Schönheit und Geld. Nicht umsonst nannte man es „noble Blässe“. Wer dem vornehmen Look ein bisschen auf den Sprung helfen wollte, griff nicht selten zu Bleihydroxidkarbonat, auch als Cerusa bekannt.

Das Blei färbte die Haut zwar wirklich weiß, sorgte aber für große gesundheitliche Probleme.

Davor blieben auch echte Royals nicht verschont.

Queen Elizabeth I. benutzte Blei, um ihren Teint zu unterstützen. Mit der Zeit soll ihre Haut vernarbt und mit Geschwüren überseht gewesen zu sein.



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