Fast Fashion Facts Part 1

Aktualisiert: 3. März 2021

Jajaja, wir wissen, bald kommt euch das Wort "Nachhaltigkeit" wahrscheinlich zu den Ohren raus. Aber Leute, das Thema ist halt auch verdammt wichtig!

Ihr werdet es zwar schon selbst wissen, aber man kann es einfach nicht oft genug sagen: Das geht uns alle an. Es gibt keinen Planeten B. Wir haben kurz vor 12!


Symbolbild Modeindustrie
Wie steht's um den ökologischen Fußabdruck der Mode? Quelle: Wix

Schauen wir uns mal an, was „Fast Fashion“ überhaupt ist. Definiert wird sie vom Cambridge Dictionary folgendermaßen:

„clothes that are made and sold cheaply, so that people can buy new clothes often“ Fast Fashion spielt also mit einem der größten Probleme des Menschen: Die Konsumgier. Früher brauchte man keine Mode, sondern Bekleidung. Dein Wintermantel, der zuvor schon der Cousine deiner Oma gehört hat, ist nicht mehr en vogue? Tja, Pech. Solange er dich im Schneesturm schützend wärmt, wird er deinen Kleiderschrank nicht verlassen. Heute heißt es Adios Mantel, Hello Shopping Tour. In Zeiten von Billigmodeketten ist es super easy geworden jedem Trend zu folgen ohne Tränen vergießen zu müssen wenn man die Teile wieder entsorgt.

Mode ist etwas Tolles und sollte deshalb auch als solche wertgeschätzt werden. Wenn euer neues trendy Top soviel kostet wie ein Sandwich, könnt ihr euch sehr sicher sein, dass weder die Umwelt noch die Mitarbeiter dieses Unternehmens besonders viel Wertschätzung erfahren.

Kommen wir jetzt zu den Hard Facts. Die schöne, funkelnde Modewelt hinterlässt nämlich nicht nur Feenstaub und rosa Wolken, sondern vor allem eins: einen fetten ökologischen Fußabdruck.

  • Fünf Prozent der globalen Emissionen fallen allein auf die Modeindustrie.

  • Die Textilindustrie verursacht jährlich mehr CO2 als Flugverkehr und Kreuzfahrten zusammen, und zwar 1,2 Milliarden Tonnen.

Der erschreckend hohe Wasserverbrauch einer Jeans bildlich dargestellt
Quelle:Shutterstock
  • Sehr viele Blusen, Röcke und Kleider werden aus Baumwolle hergestellt. Leider ist dieser beliebte Rohstoff extrem problematisch. Um ein Kilogramm Baumwolle zu gewinnen, braucht man circa 10.000 Liter Wasser. Für ein T-Shirt werden zwei- bis dreitausend Liter Wasser benötigt, für eine Jeans sogar achttausend Liter.

  • Nicht nur der Wasserverbrauch, sondern auch der von Pestiziden ist hoch. Eine Schätzung von Umweltverbänden ist alarmierend: Auf nur 2,5 Prozent der weltweiten Ackerflächen wird Baumwolle angebaut, aber zehn Prozent aller weltweit verwendeten Pestizide werden auf Baumwollfeldern versprüht.

  • Die Produktionsländer verfügen meistens nicht über die benötigten Kläranlagen. Deshalb landen Chemikalien und Farben ungefiltert im Abwasser.

  • Leider sind auch die anderen verwendeten Materialien nicht viel besser. Sehr viele Kleider bestehen heute aus Polyester. Hergestellt wird der Stoff aus Erdölprodukten, er braucht Jahrhunderte um abgebaut zu werden und verursacht beim Waschen eine Menge Mikroplastik. Laut Schätzungen werden in Deutschland durch Kleidung jährlich 80 bis 400 Tonnen Mikroplastik freigesetzt. Die Umweltbilanz ist also mehr als schlecht.

Was passiert mit unseren Klamotten nachdem sie unter hohem Wasserverbrauch und Chemikalieneinsatz hergestellt, für einen Centbetrag zusammengenäht und einmal um die Welt geflogen wurden um in unserem Schrank zu landen?

Also klimafreundlicher wird es leider nicht.


  • Laut eines Artikels des Tagesspiegels von Januar 2020, wirft jeder Deutsche jährlich 4,7 Kilo Klamotten weg. Das klingt nicht nur viel, das ist auch viel. Unter den 15 größten Textilverschwender Europas belegt Deutschland damit den siebten Platz.

  • Leider sind wir Verbraucher beim Wegwerfen sogar fast noch schneller als beim Kaufen. Laut des Fachjournals „Nature Climate Change“ landen 60 Prozent der gekauften Artikel nach rund einem Jahr schon wieder im Müll.

  • Obwohl es mittlerweile schon viele Ansätze fürs Recyclen gibt, wird das nur selten gemacht. Rund achtzig Prozent der weltweiten Altkleider werden verbrannt oder landen auf Deponien.


All diese Informationen klingen im ersten Moment sehr abstrakt und berühren uns deshalb leider nicht so sehr, wie sie es eigentlich tun sollten. Doch uns sollte bewusst sein, dass diese Dinge uns viel mehr angehen als es auf den ersten Blick scheint. Der Klimawandel betrifft uns alle und wird es in der Zukunft noch viel mehr tun. Jeder Baum der irgendwo auf der Welt für eine Baumwollplantage gefällt wird, ist auch dein Baum. Jeder Tropfen Wasser der durch Chemikalien und Färbemittel verpestet wird, ist auch dein Wasser. Die Welt die wir gerade zerstören, ist unser aller Welt.

Doch leider behandelt die Modewelt nicht nur die Umwelt schlecht, sondern auch die Menschen, die für sie arbeiten. Für einen ausführlichen Bericht über die Ausbeutung in der Textilindustrie geht's hier entlang.